Mit Papst Franziskus dem Herrn für das 65jährige Priesterjubiläum Benedikts XVI. danken

Am 28. Juni wird mit einer Gedenkfeier im Apostolischen Palast der Priesterweihe gedacht, die Joseph Ratzinger am 29. Juni 1951 im Freisinger Dom empfing.

Von Luca Caruso

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(14. Juni 2016) „Wir wollen ja nicht Herren über euren Glauben sein, sondern wir sind Helfer zu eurer Freude; denn im Glauben seid ihr fest verwurzelt“, lautet das Pauluswort aus dem Zweiten Korintherbrief (1,24), das auf dem Erinnerungsbild zur Priesterweihe Joseph Ratzingers zu lesen steht. Gespendet hat sie ihm Kardinal Michael von Faulhaber, Erzbischof von München, am Peter- und Paulstag 1951 im Dom zu Freising. An diesen mehr als 65 Jahre zurückliegenden Jahrestag erinnert die Gedenkfeier in der Sala Clementina im Apostolischen Palast, an der am 28. Juni nicht nur Papst Franziskus teilnehmen wird, sondern auch der emeritierte Papst Benedikt, dem man einen eigens zu diesem Anlass herausgegebenen Band über das Priestertum überreichen wird.

         „Wir waren über vierzig Kandidaten, die auf den Aufruf hin »Adsum« sagten: Ich bin da – an einem strahlenden Sommertag, der als Höhepunkt des Lebens unvergesslich bleibt“, schreibt Joseph Ratzinger in seiner Autobiographie Aus meinem Leben. „Man soll nicht abergläubisch sein. Aber als in dem Augenblick, in dem der greise Erzbischof mir die Hände auflegte, ein Vöglein – vielleicht eine Lerche – vom Hochaltar in den Dom aufstieg und ein kleines Jubellied trällerte, war es mir doch wie ein Zuspruch von oben: Es ist gut so, du bist auf dem rechten Weg.“ Auch sein älterer Bruder Georg empfing an diesem Tag die Priesterweihe. Joseph Ratzinger erinnert sich: „Am Tag der ersten heiligen Messe leuchtete unser Pfarrkirche St. Oswald in ihrem schönsten Glanz, und die Freude, die den ganzen Raum fast greifbar ausfüllte, zog alle in die lebendigste Weise »aktiver Teilnahme« am heiligen Geschehen hinein, die keiner äußeren Geschäftigkeiten bedurfte. Wir waren eingeladen, den Primizsegen in die Häuser zu tragen, und wurden überall, auch von ganz unbekannten Menschen, mit einer Herzlichkeit empfangen, die ich mir bisher nicht hatte vorstellen können. So habe ich ganz unmittelbar erfahren, wie sehr Menschen auf den Priester warten,  wie sehr sie auf den Segen warten, der aus der Kraft des Sakraments kommt. Da ging es nicht um meine Person oder die meines Bruders: Was hätten wir jungen Leute aus unserem Eigenen heraus schon den vielen bedeuten können, denen wir nun begegneten? Sie sahen in uns Menschen, die vom Auftrag Christi berührt waren und seine Nähe zu den Menschen tragen durften“ (S. 71-72).

         Während dieser für den emeritierten Papst so wichtige Tag näherrückt, dürfen wir an Leo XIII. erinnern, der sein 65jähriges Priesterjubiläum Anfang des vergangenen Jahrhunderts begehen konnte.

         Das Priestertum ist „nicht einfach »Amt«, sondern Sakrament: Gott bedient sich eines armseligen Menschen, um durch ihn für die Menschen da zu sein und zu handeln,“ betonte Benedikt XVI. am 11. Juni 2010 bei der Messe zum Abschluss des Priesterjahres, das er zum 150. Todestag von Jean-Marie Vianney, dem Schutzheiligen aller Pfarrer der Welt, eingeläutet hatte.

         Der 12. Band der Gesammelten Schriften von Joseph Ratzinger, „Künder des Wortes und Diener eurer Freude“, ist dem Thema des Priestertums gewidmet. Es handelt sich um eine Sammlung von 80 Texten zur Theologie und Spiritualität des Weihesakraments, die nicht nur theologisch-wissenschaftliche Studien umfasst, sondern auch Meditationen zur Priesterspiritualität und Homilien zum Amt des Bischofs, Priesters und Diakons: Frucht des reichen Schaffens des Theologen, Bischofs und Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre Joseph Ratzinger, dessen Zeitspanne von 1954 bis 2002 fast ein halbes Jahrhundert abdeckt.

 

 

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P. Giovanni Parise

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Ein Auszug aus dem Buch Riforma nella continuità. Riflessioni a cinquanta anni dal Concilio Vaticano II su Presbyterorum Ordinis e Optatam Totius per la formazione sacerdotale e un fecondo ministero presbiterale (hrsg. von Agostino Marchetto und Giovanni Parise, Solfanelli Editore, Chieti 2016). Der Auszug stammt aus dem zweiten Kapitel des Buches (Riforma nella continuità: Benedetto XVI maestro, pastore ed esempio della ‘corretta ermeneutica della continuità anche sacerdotale’)

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ERHALTENE Bücher

- Joseph Ratzinger, Pentlinger Predigten, Schnell und Steiner 2015, 80 Seiten.

- Lorenzo Fazzini, Nuovi cristiani d’Europa. Dieci storie di conversione tra fede e ragione, Lindau, Torino 2009, 216 Seiten, EUR 16,00.

- Martin Rhonheimer, in Riscoprire il Vaticano II per compiere oggi la missione di Cristo, Eupress FTL, Lugano 2014, 120 Seiten, EUR 11,00.

- Stefano Violi, La rinuncia di Benedetto XVI. Tra diritto, storia e coscienza, in: Rivista Teologica di Lugano, nr. 2, Juni 2013, 203-214.

- Pablo Blanco Sarto, Joseph Ratzinger – Benedicto XVI, una mapa de sus ideas, BAC, Madrid 2012, 100 Seiten.

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“Die Verkündigung an die Welt der Kultur schließt auch eine Verkündigung an die beruflichen, wissenschaftlichen und akademischen Kulturen ein” (132).   “Die Universitäten sind ein bevorzugter Bereich, um dieses Engagement der Evangelisierung auf interdisziplinäre Weise und in wechselseitiger Ergänzung zu entfalten” (134).      (Papst Franziskus, Evangelii Gaudium)

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